Winterlager

Auch der tollste Sommer geht einmal zu Ende. XENIA II steht hoch und trocken in Greifswald auf dem Werftgelände von Hanse.

Hier die Daten des Törns:
  • 1478 NM durchs Wasser ohne Strom
  • 162 Motorstunden
  •  398 Liter Diesel
  • 250 kWh Landstrom
  • 5645 Liter Frischwasser
Der Rhein war anfangs ungewohnt, da man als Bodenseesegler normalerweise nicht mit starker Strömung konfrontiert ist. Das Miteinander mit der Berufschifffahrt hat sehr gut geklappt. Binnenschiffer führen schon ein völlig anderes Leben, als ich es mir vorgestellt habe. Sehr schön war auch zu sehen, wie der Fluss immer breiter und mächtiger wird, je weiter man hinunter fährt.
Mit der Ankunft am IJsselmeer machten wir zum ersten Mal die Erfahrung, das gegenüberliegende Ufer nicht mehr zu sehen. Das Segeln im IJsselmeer empfand ich sehr ähnlich wie am Bodensee.

 

Vor der Nordsee hatte (und habe) ich riesigen Respekt. Zu meinem Erstaunen funktionierte die Gezeitennavigation problemlos. Wir hatten während der gesamten Reise keine Probleme damit. Nach wie vor begeistert mich die Geschwindigkeit über Grund, welche man erreicht, wenn der Strom mit einem ist. Sehr geholfen haben wohl auch die Erfahrungen mit starkem Strom, die wir auf dem Rhein gemacht hatten. Die Berufschifffahrt war nur auf dem Weg nach Helgoland etwas problematisch. Trotz Radar war es beim Queren der Verkehrstrennungsgebiete schwer abzuschätzen wie nahe wir den Großschiffen kommen werden. Aus diesem Grund habe ich in Kiel dann einen AIS Tansponder nachgerüstet, was die Lage im Folgenden sehr entspannt hat. Der NOK war problemlos. Auf der Ostsee war ich teilweise von der sehr kurzen, hohen Welle überrascht, was jedoch zu keinen nennenswerten Problemen geführt hat.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass es sich absolut gelohnt hat, den Bodensee hinter sich zu lassen, Deutschland mit dem Boot von Süd nach Nord zu durchqueren und dann die Küstengewässer der Nord- und Ostsee kennen zu lernen. Wir hatten eine super schöne Zeit und die Vorstellungen, die ich mir seit meiner Jugend von einer solchen Fahrt gemacht habe, wurden in jeder Richtung weit übertroffen. Ich kann andere Binnensegler nur dazu ermutigen, sich auf das Abenteuer Meer einzulassen.