Kapstadt – Südafrika

Viele Menschen auf den Straßen, Straßenmusikanten, Geschäfte, Restaurants, leckerer frischer Salat und Gemüse. Plötzlich ist alles um uns herum bunt und die Temperaturen sind sommerlich. Die Zivilisation hat uns zurück.
Nach über zwei Monaten auf See sind wir am sechzehnten Oktober nachts in Kapstadt / Südafrika eingelaufen. Die Stadt empfing uns mit ihrem bunten Treiben und der Kontrast zu der eisigen Antarktis konnte vermutlich kaum größer sein.

 

Straßenmusikanten, die ihre Rente aufbessern.

 

Der Hafen von Kapstadt bei der Ankunft

 

Südafrikanische Gastlandflagge

 

Polarstern in Kapstadt

 

Das pulsierende Leben

 

Girlies

 

Südafrikanische Rhythmen

 

 

Waterfront in Kapstadt

Der Dokumentarfilm

Auf der Expedition begleitet uns ein Dokumentarfilm Team. David Stington der Regisseur und Filmemacher hat schon viele Dokumentarfilme, unter anderem für BBC gemacht. Jérôme Maison ist einer von zwei Kameramännern, die den Kinofilm “Reise der Pinguine” aufgenommen haben. Der Film hat 2006 einen Oskar als bester Dokumentarfilm bekommen. Heather Walsh ist für den Ton zuständig.

Den Film, den sie hier an Bord drehen, wird es in einer Kinoversion und einer kurzen Version fürs Fernsehen geben. In Deutschland wird die Dokumentation in Arte zu sehen sein.

David Stington und Jérôme Maison im Einsatz auf dem Eis

 

Heather mit Mikrofon und Soundrecorder

 

Jérôme bei Aufnahmen aus dem Helikopter

 

David Stington, Regie

 

Jèrôme Maison, Kamera

 

Heather Walsh, Ton

Southern Ocean

Wir haben das Weddellmeer und die Antarktis endgültig verlassen und sind wieder im Southern Ocean. Dieser zeigt sich etwas untypisch mit bestem sonnigem Wetter bei 4 BFT. Gestern sah man noch vereinzelte Eisberge, aber seit heute sind wir in offenem Wasser. Die Sonnenuntergänge sind sehr bunt und haben etwas meditatives.

Sonnenuntergang auf der Brücke

 

Der Himmel leuchtet in den tollsten Farben

 

Und kurze Zeit später sieht alles anders aus

 

Einer der letzten Eis

 

Albatros

 

Riesensturmvogel

 

Möve

Antarktischer Zirkumpolarstrom (ACC)

Mit erreichen des ACC verlassen wir langsam das Gebiet des Meereises. Der ACC ist der Meeresstrom mit dem größten Wassertransport auf unserer Erde. Er transportiert beinahe 5 mal so viel Wasser wie der Golfstrom. Gleichzeitig gibt es entlang des ACC eine tiefreichende Vertikalströmung, welche einen erheblichen Teil des Kohlendioxyds in die Tiefsee bringt, welches wir Menschen produzieren.

Als ob uns die Eisberge zum Abschied winken wollen, gibt es hier sehr viele die Spalier stehen. Eine kleine Auswahl:

Die Blaue Stunde zwischen Sonnenuntergang und Nacht.
Die Farben sind hier teilweise extrem.

 

Der obere Teil des Kolosses verschwindet in den Wolken

 

Alter Eisberg mit Höhlen und Tunnel

 

Noch ein Wolkenkratzer

 

 

Dieser Eisberg ist so groß, dass man auf dem Bild
die Pinguin Kolonie in der Mitte nur als braunen Fleck wahrnimmt

 

Noch ein Gebirge mit Pinguin Kolonie

10 BFT in Böen 58 Knoten Wind

Gestern hatten wir schweren Sturm. Im Lee von Montagu liegend, gab’s jedoch trotzdem fast den ganzen Tag Sonne und die Wellenhöhe war nicht erwähnenswert. Vermutlich durch lokale Effekte an der Insel, war der Wind deutlich stärker als vorhergesagt. Über längere Zeit hatten wir 10BFT mit Böen von 11 BFT. Diese Windgeschwindigkeiten sind ziemlich krass, wenn man auf dem Peildeck steht. Da muss man aufpassen, dass man nicht umgeweht wird. Hier noch ein paar Bilder von der Insel:

 

Eisberge vor der Steilküste

 

Das Spiel der Farben und Formen ist beeindruckend

 

Der Windmesser war längere Zeit über 50 Knoten
Im Lee von Montagu bei Sonne

 

Im Foto sind die wahren Größenverhältnisse nicht zu vermitteln

Südliche Sandwich Islands

Nach einem Monat zum ersten Mal wieder Land in Sicht. Gestern Abend haben wir die südlichen Sandwich Inseln erreicht. Momentan machen wir ein CTD und RMT vor der Insel Montagu . Wenn das Wetter nicht schlechter wird folgt dann auch noch ein EM-Bird Flug.

Montagu Island ist mit 110 km² die größte der Südlichen Sandwich Islands und hat den Vulkan Mount Belinda mit einer Höhe von 1370 Metern. Über 90% der Insel ist permanent mit Eis bedeckt. Die südlichen Sandwich Islands gehören zum Britischen Überseegebiet.

Montagu Island
Bristol Island

Hier noch ein paar Bilder vom Abbau des letzten Ice-Camps:

Zurück an der Gangway
Thomas befreit die Flaggen aus dem Eis
Märchenhafte große Eisskulpturen von Wind und Wetter geformt
Thomas und die Jungs aus Heidelberg

Vom Leben auf einem Forschungsschiff

Um 07:00 Uhr Bordzeit klingelt mein Wecker. Um 07:30 gibt es Frühstück in der Messe II auf dem C-Deck. Das Frühstück auf der Polarstern ist wie alle Mahlzeiten sehr reichhaltig und gut. Ich esse jedoch eigentlich immer das gleiche. Einen Pfannkuchen und ein Brötchen, jeweils mit Marmelade. Dazu einen Kaffee mit Milch. Um 08:15 ist dann Besprechung in der Bordwetterwarte. Dort wird entschieden ob die Wetter-Bedingungen für einen EM-Bird Flug taugen, oder nicht. Danach wird je nach dem ein Birdflug vorbereitet und durchgeführt, bei Bedarf irgend etwas repariert oder aufs Eis gegangen um Messungen durchzuführen. Mittagessen gibt es dann um 11:30. Im Anschluss wird gearbeitet bis es um 17:30 Abendessen gibt. Wobei ich meistens noch um 15:00 das Angebot einer kleinen Pause bei Kaffee und Kuchen wahrnehme. Nach dem Abendessen gibt es dann je nach Arbeitsdruck eine Pause bis zum zentralen Meeting aller Wissenschaftler um
19:30 am Abend. Es folgt E-Mails bearbeiten und sonstige Kleinigkeiten erledigen. Meist fall ich dann gegen 22:00 ziemlich müde ins Bett. Wie Ihr seht, haben die Mahlzeiten an Bord, neben der Arbeit einen sehr hohen Stellenwert. Das kommt wohl vor allem durch den hohen Energieverbrauch, wenn man auf dem Eis arbeitet. Außerdem geben die regelmäßigen Mahlzeiten den Tagen eine gewisse Struktur, da die Anforderungen bei der Arbeit jeden Tag unterschiedlich sind. Man kann zwar planen, aber nie genau sagen, was als nächstes passiert. Wenn es dumm läuft fallen die Mahlzeiten einfach aus, weil man nicht dazukommt rechtzeitig da zu sein 🙂

Hier noch ein paar Bilder der letzten Tage.

 

Leichter Schneefall ohne Wind.
Eine Stimmung fast wie Weihnachten.
Vorbereitungen für einen Flug mit dem EM-Bird

 

Die australischen Kollegen beim Einsatz Ihres ROV (Tauchroboter)

 

Das Camp der Taucher

 

POLARSTERN eingefroren

 

Großer Eisberg

 

Robert und Thomas beim Kalibrieren eines GEM Eisdickensensors

Whiteout

Unser zweites Ice-Camp ist bis jetzt von schlechten Sichtbedingungen durch Whiteout geprägt. Hierrunter versteht man das Verschwinden des Horizontes weil es keine Kontraste mehr gibt. Selbst das Gehen auf dem Schnee wird schwierig, da man Unebenheiten nicht sieht. Auch beim Fotografieren hat man nur ein Change, wenn die Bedingungen mal für eine halbe Stunde besser sind. Meist sind aber innerhalb kürzester Zeit die Kontraste wieder weg.
Da unsere Helikopter nach Sicht geflogen werden, ist Whiteout für den Flugbetrieb extrem gefährlich. So kommt es, dass wir während dieses Ice-Camps noch nicht einen Flug mit unserem EM-Bird unternehmen konnten.
Begegnung mit einem australischen Kollegen bei leichtem Schneetreiben.
Orientierung bietet nur der größere Eisberg links im Hintergrund
Beim Aufbau des Camps der Taucher.
Man kann nur erraten, dass das Zeltgestänge vor einem kleinen Eisberg steht.

 

Im Camp der Taucher
Unsere Kollegen von der Australian Antarctic Division (AAD)

 

Ein großer Tafeleisberg
Unsere australischen Kollegen haben einen Tauchroboter (ROV) dabei

 

Gruppenbild der Taucher. Der Kaiserpinguin wollte unbedingt auch mit aufs Bild.

 

Thomas bie der Eisarbeit
Ein Kaiserpinguin posiert vor Polarstern.
Polarstern im Whiteout

Ziele der Polarstern-Expedition ANT-XXIX/7

Weiter unten findet ihr Bilder der letzten Tage.

Hier die Beschreibung der Expedition im Meereisportal:
Der Fahrtabschnitt ANT-XXIX/7 (WISKY, Winter Sea Ice Study on Key Species) begann am 14. August 2013 in Punta Arenas (Chile) und wird am 16. Oktober 2013 in Kapstadt (Südafrika) enden. Der Schwerpunkt der Fahrt ist die Untersuchung von antarktischem Krill, Euphausia superba, während des Übergangs vom Winter zum Frühjahr. Hierbei ist es jedoch wichtig die biologischen und physikalischen Gegebenheiten im offenen Waser sowie bei unterschiedlich intensiver Meereisbedeckung mit zu untersuchen und mit dem Zustand des Krills in Beziehung zu setzen. Die Untersuchungen werden in der Schottischen See sowie im nördlichen Weddellmeer durchgeführt.

Um die Muster und den Trend des Antarktischen Meereises zu untersuchen, wird das Packeis der Antarktis gewöhnlich in fünf Sektoren eingeteilt: Weddellmeer, Indischer Ozean, Pazifischer Ozean, Rossmeer und Amundsen-/Bellingshausensee. Die mittlere jährliche Meereisbedeckung im südlichen Ozean zeigt einen leichten Anstieg in den letzten drei Jahrzehnten, jedoch sind die Schwankungen innerhalb eines Jahres in den fünf Sektoren stark unterschiedlich. Der Amundsen-/Bellingshausensee Sektor ist der einzige Sektor, der eine starke Abnahme der Meereisausdehnung zeigt. Dagegen ist im Weddellmeer kein signifikanter Trend zu erkennen. Die Ursache für dieses verschiedene und teilweise konträre Verhalten sind Wechselwirkungen mit der Atmosphäre, dem Ozean und dem Inlandeis (besonders mit den Schelfeisen), die bisher nur sehr wenig verstanden werden.

Der Fahrtabschnitt ANT-XXIX/7 dient dazu, unser Verständnis über diese Prozesse zu erhöhen. Hierzu werden umfassende Untersuchungen der Beschaffenheit verschiedener Meereisparameter und die Wechselwirkung zwischen ihnen im Weddellmeer vorgenommen. Ein Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Meereis sollen drei lange Eisstationen sein, bei denen Polarstern für 7 bis 10 Tage an der jeweiligen Scholle verbleibt, um diese intensiv zu beproben. An Bord befinden sich hierzu Wissenschaftler/innen und Techniker/innen unterschiedlichster Disziplinen. Zusätzlich sind auch Taucher und ein Team mit einem autonomen Unterwasserroboter (ROV) an Bord.
(Quelle: http://meereisportal.de)

Das Eis-Camp der Taucher vom Helikoper aus gesehen
Nach ca. einer Woche hat sich die Scholle innerhalb von Stunden komplett zerlegt.
Hier sieht man den ersten Riss nach 45 Minuten.

 

Das Ice-Camp der Taucher konnte nur noch mit Hilfe der Helikopter abgebaut werden.

 

Immer wieder faszinierend

 

Mein Arbeitsplatz. Manchmal ist das Filmteam lästig 🙂

 

Wir haben zwei Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit an Bord, die für uns Wettervorhersagen machen.
Jeden Tag steigt ein Wetterballon auf.

 

Meereis vom Wind geformt. Die Temperaturen sind hier sehr extrem. Durch den starken Wind fallen die
Windchill-Temperaturen teilweise auf Werte zwischen -50°C und -60°C

 

Zum Bergfest gab es eine Grillparty an Bord
Helikopter mit EM-Bird vor einem Tafeleisberg

 

Kaiserpinguine beim Schlitten fahren

 

Eisberge

Sie sind hoch und spitz wie ein Gebirge, oder nur so hoch wie Polarstern und oben flach. Es ist schon erstaunlich, wie vielfältig in der Form Eisberge sind. Man kann sich auch gut vorstellen, dass die Titanic untergegangen ist, als sie so ein Monstrum gerammt hat.

Unser Ice-Camp nähert sich seinem Ende. Der nächste Sturm ist im Anmarsch und die ganze Infrastruktur der Forschungstaucher muss noch abgebaut werden. Ab Montag soll der Wind so stark wehen, dass kein Helikoptereinsatz für den Transport mehr möglich ist. Hier ein paar Bilder der letzten Tage.

Diese Exemplare sind gigantisch hoch
Wie groß Eisberge sind sieht man am Besten im Helikopter
 Mit Thomas im Heli bei einem EM-Bird Messflug

 

POLARSTERN
Gemeinsam mit Robert und Thomas bei der Erkundung von unbekanntem Meereis
Kaiserpinguine gibt es hier viele
Skidoo Shuttle Service für die Taucher zwischen ihrem Ice-Camp und der Polarstern