Messgeräte auf Spitzbergen

Geplant war, dass ich schon letztes Jahr Messgeräte auf Spitzbergen installiere. Das war jedoch aufgrund der hohen Temperaturen damals nicht möglich. Jetzt soll die Aktion nachgeholt werden.

Mein Flug von Oslo nach Longyearbyen auf Spitzbergen hatte ordentlich Verspätung. Nachts um halb drei war ich endlich im Bett. Am nächsten Morgen hatte ich volles Programm. Unsere norwegischen Partner von UNIS (University Centre in Svalbard) haben strenge Sicherheitsauflagen. Zuerst wurde geprüft ob ich gut genug Schießen kann. Dann gab es einen Kurs im Motorschlitten fahren. Eigentlich war ich der Meinung dass ich das kann. Wir fahren bei unseren Polarstern Expeditionen viel mit den Teilen rum. Das Fahren im Gebirge ist jedoch deutlich etwas anderes wie fahren auf relativ ebenem Meereis. Wenn der Hang zu steil und die Schräglage zu groß wird, kippen Motorschlitten einfach um und kullern den Berg runter. Das ist mir dann auch an einer schwierigen Stelle passiert. Da hab ich aber nicht schlecht gestaunt, als sich mein Schlitten überschlagen hat. Meine Lernkurve war bei dem Trainig jedenfalls ziemlich hoch.

Heute Morgen wollten wir, ein Kanadier, drei Norweger, ein Deutscher vom Max-Plank-Institut und ich nach Svea aufbrechen. Die Fahrt ist je nach Route ca. 60km lang und es muss ein Gletscher überquert werden. Leider wurde es in der Nacht warm (ca.-5°C) und wir haben Schneesturm. Die UNIS-Logistik hat unseren Feldeinsatz wegen Lawinengefahr der Stufe 3 (hoch) nicht freigegeben. Wir mussten da bleiben. Geplant ist nun, dass wir morgen früh starten.

Dadurch hatte ich heute einen extra Tag Aufenthalt in Longyearbyen.

UNIS University Centre in Svalbard

 

Die Kleiderkammer der UNIS Logistik

 

Motorschlitten gibt es hier überall.

 

Autos gibt es natürlich auch auf Spitzbergen. Nur Straßen sind Mangelware.

 

Kindergarten in Longyearbyen. Ich vermute mal, dass der hohe Zaun dazu da ist, die Eisbären von den Kindern fern zu halten.

 

 

Martin Schiller

Seit 2011 bin ich Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Aus diesem Grund erscheinen auf diesem Blog nicht nur Beiträge zum Segeln, sondern auch über meine Arbeit in der Polarforschung. In Bremerhaven lebe ich auf der Segelyacht INFINITY.

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