Frühling in Deutschland

Gerade sitze ich im Zug nach Bremerhaven. Mit vier Tagen Verspätung wegen schlechtem Wetter komme ich heute um 16:30 dort an. So ist es halt mit Expeditionen. Da kann man nicht immer alles genau planen.

Während meiner Abwesenheit, ist in Deutschland offensichtlich der Frühling ausgebrochen. Die Pflanzen wollen grün werden und die Sonne ist schon richtig warm. Welch ein schöner Empfang nach der eisigen Kälte auf Spitzbergen.

 

Die Förderanlagen der Svea Kohlegrube stehen noch. Seit letztem Jahr wird keine Kohle mehr gefördert.

 

Schnee und Eiswüste

 

Unten im Tal liegt Svea

 

Das Wetter wurde besser und wir konnten bei Sonne zurück nach Longyearbyen.

Svea – Mijenfjorden Svalbard

Der Aufenthalt in Svea dauert länger als geplant. Das Ausbringen der Messgeräte im Mijenfiord hat trotz sehr schlechtem Wetter gut geklappt. Aber wir hängen jetzt schon zwei Tage hier fest und können nicht zurück nach Longyearbyen. UNIS Logistik hat wegen den üblen Bedingungen die Rückfahrt verboten und wir müssen hier in Svea bleiben. Schneesturm mit 8 BFT und -25°C ergibt eine Windchilltemperatur von -58°C laut Tabelle. Morgen soll das Wetter besser werden.

 

Pause bei der Fahrt nach Svea.

 

Blick runter auf das Reindalen

 

Den Slakbreen Gletscher hoch. Als wir später die Wolkengrenze erreicht hatten, wurde die Sicht sehr schlecht.

 

Faszinierendes Licht

 

Schneeboie und Strahlungsmessstation mit integrierter Wetterstation

 

SIMBA Ice Mass Balance Array

 

Auf dem Meereis im Mijenfiorden

 

Wir übernachten bei der Svea Kohlegrube – Blick aus meinem Fenster

Messgeräte auf Spitzbergen

Geplant war, dass ich schon letztes Jahr Messgeräte auf Spitzbergen installiere. Das war jedoch aufgrund der hohen Temperaturen damals nicht möglich. Jetzt soll die Aktion nachgeholt werden.

Mein Flug von Oslo nach Longyearbyen auf Spitzbergen hatte ordentlich Verspätung. Nachts um halb drei war ich endlich im Bett. Am nächsten Morgen hatte ich volles Programm. Unsere norwegischen Partner von UNIS (University Centre in Svalbard) haben strenge Sicherheitsauflagen. Zuerst wurde geprüft ob ich gut genug Schießen kann. Dann gab es einen Kurs im Motorschlitten fahren. Eigentlich war ich der Meinung dass ich das kann. Wir fahren bei unseren Polarstern Expeditionen viel mit den Teilen rum. Das Fahren im Gebirge ist jedoch deutlich etwas anderes wie fahren auf relativ ebenem Meereis. Wenn der Hang zu steil und die Schräglage zu groß wird, kippen Motorschlitten einfach um und kullern den Berg runter. Das ist mir dann auch an einer schwierigen Stelle passiert. Da hab ich aber nicht schlecht gestaunt, als sich mein Schlitten überschlagen hat. Meine Lernkurve war bei dem Trainig jedenfalls ziemlich hoch.

Heute Morgen wollten wir, ein Kanadier, drei Norweger, ein Deutscher vom Max-Plank-Institut und ich nach Svea aufbrechen. Die Fahrt ist je nach Route ca. 60km lang und es muss ein Gletscher überquert werden. Leider wurde es in der Nacht warm (ca.-5°C) und wir haben Schneesturm. Die UNIS-Logistik hat unseren Feldeinsatz wegen Lawinengefahr der Stufe 3 (hoch) nicht freigegeben. Wir mussten da bleiben. Geplant ist nun, dass wir morgen früh starten.

Dadurch hatte ich heute einen extra Tag Aufenthalt in Longyearbyen.

UNIS University Centre in Svalbard

 

Die Kleiderkammer der UNIS Logistik

 

Motorschlitten gibt es hier überall.

 

Autos gibt es natürlich auch auf Spitzbergen. Nur Straßen sind Mangelware.

 

Kindergarten in Longyearbyen. Ich vermute mal, dass der hohe Zaun dazu da ist, die Eisbären von den Kindern fern zu halten.