Das Geheimnis der Taschenlampe

Am AWI haben wir eine Lagerhalle für unsere Expeditionsausrüstung. Da war das Licht ausgefallen und ich musste abends was machen.  Um in den hinteren Teil zu gelangen wo das Licht funktioniert, muss man bei völliger Dunkelheit in einer Art Labyrinth 50 Meter bis zum Lichtschalter laufen. Es ist ein blödes Gefühl nichts zu sehen und genau zu wissen, dass man sich überall Blaue Flecken holen kann. Die Lösung für das Problem war die Taschenlampe an meinem Handy. Eigentlich ganz einfach.

Polarstern bei Dunkelheit – Weddellmeer, Antarktis, 2013

Im Leben scheint es mir manchmal ganz ähnlich zu sein. Man wünscht sich eine Taschenlampe, damit man sich nicht den Kopf anhaut, oder gar noch schlimmeres passiert. Mir kam da die blöde Frage, ob die Taschenlampe daran schuld ist, dass überall Zeug rumsteht, das einem gefährlich werden kann, wenn man dagegen läuft, ohne es zu sehen? – Hmm, natürlich nicht. Durch die Taschenlampe sehe ich es, bevor ich dagegen laufe.

Vor der Insel Montagu bei schwerem Sturm mit 10 BFT – Southern Ocean, 2013

Eine weite Frage war, ob die Taschenlampe mir vorschreibt in welche Richtung ich laufen muss? – Nein, das tut sie nicht. Es ist mir völlig freigestellt in welche Richtung ich laufe. Die Taschenlampe ist bei mir und zeigt auf jedem Weg, wo was gefährlich wird. Schon eine tolle Sache so eine Taschenlampe. Für mich ist Jesus Christus so eine Taschenlampe (Joh.12,46)

Eisberge, immer wieder faszinierend – Antarktis, 2013

Martin Schiller

Seit 2011 bin ich Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Aus diesem Grund erscheinen auf diesem Blog nicht nur Beiträge zum Segeln, sondern auch über meine Arbeit in der Polarforschung. In Bremerhaven lebe ich auf der Segelyacht INFINITY.

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  1. Winfried - 19. Februar 2016 Antworten

    Interessanter Blickwinkel, gefällt mir!

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