Antarktisexpedition – Zusammenfassung und Bilder

Als wir in der Atka-Bucht ankamen war schnell klar, dass die Versorgung von Neumayer III eine große Anstrengung wird.Hier ein paar Impressionen von der vergangenen Antarktisexpedition. Leider war es ja nicht möglich direkt während der Expedition zu berichten.
Beim Ablegen kochte das Hafenbecken von Kapstadt

Es ging wie geplant am 2. Dezember 2014 in Kapstadt los. Beim Ablegen hatten wir ordentlich Wind. Durch die Trockenheit und den starken Wind gab es einen Waldbrand auf den Hausberg über der Stadt, welchen wir bis in die Dunkelheit sehen konnten.

Deutlich ist der Waldbrand zu sehen

Das erste Ziel waren die ozeanischen Wirbel des Angulhasstroms. Die Ozeanographen an Bord hatten hier vor Jahren Messgeräte an Verankerungen ausgebracht. Diese mussten nun auf dieser Fahrt geborgen werden.

Der ACC (Antarktischer Circumpolar Strom) hat Potential für hohe Wellen
Die Analyse des Meerwassers wird mit wilder Apparaturen gemacht. Bin halt kein Chemiker 🙂
Es ging auf dem Null-Meridian durch den ACC weiter nach Süden bis wir die Eisgrenze erreichten. Im Eis hatten wir erste Gelegenheit den neu gebauten ROV-Leitstand im Einsatz zu erproben.
Der erste Eisberg der Reise
Helikopter beim Start
Auf tausende von Meilen nichts außer Wasser und Polarstern
Uups, da hat mich die Steffi in voller Montur fotografiert. Foto: Stefanie Arndt
Eissturmvogel
Die erste Eisstation. Der Helikopter bringt den ROV-Leitstand an seinen Einsatzort.
Mit dem EM-Bird am Helikopter machen wir Eisdickenmessungen
Am Heiligabend in der Nacht. Heimweh!
Atka-Bucht

 Ein wichtiger Teil dieser Fahrt war die Versorgung der deutschen, ganzjährig besetzten Antarktisstation Neumayer III. Als wir in der Atka-Bucht ankamen versperrte uns meterdickes Fest-Eis das Erreichen des Nordanlegers an der Schelfeiskante. Um die Versorgungsgüter entladen zu können musste Polarstern Tagelang in dieses extrem dicke Eis rammen und versuchen einen Kanal zum Anleger zu bahnen. Nach mehreren Tagen ging bei dieser Aktion der Verstellpropeller an der Backbordwelle kaputt. Alle Reparaturversuche sind gescheitert und wir mussten letztendlich eine sehr zeitaufwändige Meereisentladung machen.

Man kann mit bloßem Auge die 20 Kilometer entfernte Neumayer III Station auf dem Schelfeis erkennen
Da Polarstern auch ohne uns eisbrechen kann, lassen wir uns zu einer Eisstation absetzen. Polarstern holt uns dann nach 10 Stunden auf dem Eis wieder ab.
Die kleinen Adelie Pinguine hab ich besonders ins Herz geschlossen.
Die Tiere sind total neugierig. Wir Menschen sind bemüht den vom UBA (Umweltbundesamt) vorgeschriebenen Mindest-Abstand von 5 Metern einzuhalten. Doch irgendwie wissen die drolligen Kerle nichts von den Vorschriften des UBA, oder halten es nicht für nötig diese einzuhalten 🙂
Unser ROV (ferngesteuerter Tauchroboter) kurz vor dem Auftauchen.
Sandra misst im Helikopter mit dem EM-Bird die Eisdicke. Parallel dazu misst Thomas mit dem GEM in der Pulka ebenfalls die Eisdicke.  Zusätzlich wird ein Loch am Schnittpunkt gebohrt und die Eisdicke mit einem Maßband gemessen. Durch solch einen Vergleich kann man sehr gut die Messgenauigkeit der einzelnen Systeme bestimmen.
Krabbenfresser sind Raubtiere und teilweise ziemlich aggressiv. Nicht zu vergleichen mit den Robben auf Helgoland.
Kaiserpinguine sind wesentlich größer als die Adeliepinguine
Als klar war, dass wir nicht an den Nordanleger kommen fällt die Entscheidung zur Meereisentladung.
Eine Entladung auf dem Meereis ist sehr zeitintensiv.
Es müssen bei jeder Fuhre 20 Kilometer zur Neumayer III Station inklusive Schelfeiskante überwunden werden und dann nochmals das Gleiche zurück.
Die Neumayer III Station ist die ständig besetzte Forschungsstation der Bundesrepublik Deutschland in der Antarktis. Wenn man sich ihr nähert hat das etwas sehr Surreales. Irgend wie stellt sich eine Art Raumschiff Enterprise Feeling ein.
Am Eingang der Station. Foto: Thomas Hollands
Raumschiff oder Polarstation?
So eine Fahrt zur Neumayer bietet manche Überraschung. Vor allem wenn man hinter einem Pistenbully fährt. Das fordert Mensch und Material 🙂
Die Schelfeiskante

Dass wir fortan nur noch die halbe Antriebsleistung zur Verfügung hatten, war für den weiteren Verlauf der Expedition fatal. Ein brechen von dickem Eis ist mit einer Welle schlicht weg nicht möglich. Dadurch war es nicht möglich, unseren geplanten Kurs durch das Wedellmeer nach Südamerika fortzusetzen.

Das Wetter wurde schlechter und der Wind drehte auf Nordost. Dadurch wurde das Eis dichter und wir kamen erstmal nicht weg. Naja wir haben die Zeit genützt und mit unserem Messprogramm weiter gemacht.
Ungemütlich
Der ROV-Leitstand hat sich bestens bewährt.
So sieht es dann aus, wenn eine tiefgefrorene Kamera wieder aufgetaut ist. Es erstaunt mich immer wieder, was diese Geräte alles klaglos ertragen.
Da sitzen wir wohl im selben Boo
Als die Schneetrift noch mehr zugenommen hatte
Manchmal macht es auf mich den Eindruck, dass Die Kaiserpinguine die Erwachsenen und die Adeliepinguine die Kids sind
Einsame Wanderer

Die Expeditionsleitung hat zusammen mit dem AWI in Bremerhaven beschlossen die Expedition abzubrechen und wir sind nach Kapstadt zurückgefahren.

Im Southern Ocean hat uns natürlich wieder schlechtes Wetter erwischt.
Riesensturmvogel
Im Kern der Tiefs kann es Sonne und üble Kreuzseen geben. Da ist man dann froh, dass man mit Polarstern und nicht mit der XENIA unterwegs ist.
Kapstadt am frühen Morgen

Dort kamen wir nach zwei Monaten am 01.Februar 2015 wieder an.

Martin Schiller

Seit 2011 bin ich Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Aus diesem Grund erscheinen auf diesem Blog nicht nur Beiträge zum Segeln, sondern auch über meine Arbeit in der Polarforschung. In Bremerhaven lebe ich auf der Segelyacht INFINITY.

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