Eis-Routen-Optimierung in der Arktis

Wie bringt man zivile Schiffe durch die Arktis, ohne dass sie Probleme bekommen wie seinerzeit die Titanic? Beim Verbundprojekt IRO-2 ist es das Ziel, der internationalen Schifffahrt eine sichere Passage durch polare Regionen zu ermöglichen. Das Projekt wird Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und von der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) koordiniert. Um das Ziel zu erreichen wurde ein neues Modellsystem vom Centrums für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg (CEN) entwickelt, welches Vorhersagen für Ozean, Eis und Atmosphäre koppelt.

Dieses Modell wurde bei der Expedition mit dem norwegischen Forschungsschiff LANCE auf seine Qualität der Vorhersage überprüft. Hierzu wurden in der Barentssee verschiedene Routen abgefahren und diese dann mit der tatsächlichen Eissituation verglichen. Die Aufgabe des Alfred-Wegener-Instituts  (und damit meine) war es kontinuierlich die Eisdicke zu messen und diese live den anderen Wissenschaftlern zur Verfügung zu stellen. Die Eisdicke habe ich über ein elektromagnetisches Messverfahren mit Hilfe eines EM31 gemessen. Die eigentliche Datenerfassung und Datenbereitstellung für den Auswerterechner, hatte ich im Vorfeld für meine Kollegen Jölund entwickelt. Ursprünglich war geplant, dass er die Expedition mitmacht. Leider hat Jölund sich kurz vor Expeditionsbeginn den Fuß gebrochen, so dass ich für ihn eingesprungen bin.

Insgesamt waren wir 18 Wissenschaftler an Bord. Neben mir vom AWI waren noch Mitarbeiter der HSVA (Hamburger Schiffbau-Versuchsanstalt), der Uni Hamburg, der ESA (European Space Agency) und des BSH (Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie) mit an Bord.

Hier ein paar Eindrücke von der Fahrt:

Das Farbenspiel in der Arktis kann unglaublich beeindruckend sein.
Nachdem wir das Eis erreicht hatten war erst mal Eisklopfen angesagt. In der offenen Barentssee hatten wir Sturm mit mittleren Windgeschwindigkeiten von 50 Knoten und Böen mit 60 Knoten. Durch die große Kälte ist das überkommende Meerwasser gefroren und hat der LANCE einen Eispanzer verpasst.
An diesem Ausleger wurde das EM31 zur Eisdickenmessung angebracht.
Das EM31 im Messbetrieb
Die Eisdicke wird mit der aktuellen Position aufgezeichnet und gleichzeitig live auf der Brücke angezeigt.
Die Reling mit Eispanzer
Während der Fahrt wurden sehr viele Umweltparameter gemessen.
Unterwegs haben wir die Polar 5 getroffen, die großflächig Schnee und Eismessungen durchgeführt hat.
Dünnes Eis
Geschlossene Eisdecke. Grau in Grau
Lance vom Bug her gesehen.
Eisbären Spuren.
Eis soweit das Auge reicht
Wir hatten einen Helikopter an Bord.
Es wurden auch regelmäßig CTD’s gemacht
Walross
Der erste Offizier an seinem Geburtstag

Die blaue Stunde bei -22°C …
… und wir waren in 42°C warmen Wasser baden.
Longyearbyen, der Hauptort von Spitzbergen.
Hier gibt es jede Menge Touristen
Eine alte, verlassene Kohlegrube